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Retrospektiven

"Hinterher ist man immer schlauer!" Das ist nicht nur unter Entwicklern zu Recht eine verbreitete Meinung. Natürlich wäre man am liebsten auch schon vorher schlau genug, um ein Vorhaben erfolgreich durchzuführen. Tatsächlich sind aber vor allem die Anpassung auf die konkrete Situation sowie die vielfältigen Wechselwirkungen unterschiedlichster Teams, Entscheidungen und Organisationen der Grund, warum die Welt für die meisten Vorhaben zu komplex ist, um im Voraus berechenbar und planbar zu sein. Deswegen wird ein Mittel zur pragmatischen Anpassung an die Gegebenheiten benötigt: Retrospektiven.

Was sind überhaupt Retrospektiven?

Retrospektiven sind Teamtreffen, bei denen es darum geht, aus der Vergangenheit zu lernen. Dazu schauen die Teammitglieder gemeinsam zurück und bewerten, was gut und was schlecht gelaufen ist. Außerdem analysieren sie, warum Dinge gut oder schlecht waren, um so zu Maßnahmen zur Verbesserung zu kommen. 

Wozu führt man Retrospektiven durch?

Retrospektiven dienen der Verbesserung, dem "Schärfen der Säge" eines Teams. Mittels Retrospektiven können Teams an ihrer Zusammenarbeit als Personen und bzgl. der Auswahl der Werkzeuge und Prozesse Verbesserungen herbeiführen. Diese Verbesserungen können in vielen Bereichen liegen: Höhere Produktivität, weniger Fehler, bessere Einhaltung von Regeln etc. 

Bei agilen Projekten werden Retrospektiven in der Regel nach jeder Iteration (bzw. Sprint) durchgeführt. So erhält man ein optimales Mittel zur kontinuierlichen Verbesserung des Entwicklungsprozesses.

Wie führt man Retrospektiven durch?

Retrospektiven werden meist in den folgenden 5 Schritten durchgeführt:

  1. Intro: Begrüßung, Klärung der Ziele der Retrospektive etc.
  2. Daten sammeln: Was ist in letzter Zeit geschehen? Was war gut? Was war schlecht? Welche harten Daten über Qualität/Produktivität etc. stehen zur Verfügung?
  3. Einsichten gewinnen: Warum sind die Dinge wie sie sind?
  4. Maßnahmen beschließen: Was wollen wir konkret wie ändern?
  5. Abschluss 

Die meisten erfolgreichen agilen Teams führen nach jeder Iteration, also alle 2-3 Wochen Retrospektiven durch. Zusätzlich ist es aber oft hilfreich, auch in einem größeren Zeitabstand längere Retrospektiven durchzuführen, z.B. alle 3-6 Monate.

Teilnehmen sollten möglichst viele Projektbeteiligte. Es kann aber auch sinnvoll sein, dass z.B. manchmal nur das Entwicklerteam eine Retrospektive durchführt, weil diese dann offener über interne Probleme in ihrem Team sprechen können als dies z.B. mit anwesenden Kunden möglich ist. 

Timeline mit den relevanten Ereignissen bei einer Retrospektive

Wer hilft mir bei der Durchführung?

Nach Möglichkeiten sollten Retrospektiven moderiert werden. Dies übernimmt bei Scrum-Teams meist der ScrumMaster, es kann aber auch hier sinnvoll sein, dass die Moderation ab und zu ein Team-externer Moderator durchführt. Dies kann der Kollege aus dem benachbarten Projekt sein oder der erfahrene Berater von it-agile.

Checkliste für erfolgreiche Retrospektiven

  • Gibt es einen Moderator und ist jedem klar, wer das ist?
  • Bereitet der Moderator die Retrospektive vor?
  • Hält sich der Moderator aus der inhaltlichen Diskussion heraus?
  • Setzt der Moderator Hilfsmittel wie Moderationswände und -karten angemessen ein?
  • Variiert der Moderator die konkrete Durchführungsform der Retrospektive?
  • Wird die Timebox für die Retrospektive eingehalten?
  • Findet die Retrospektive in einer angstfreien, energiegeladenen Atmosphäre statt?
  • Partizipieren alle Teilnehmer aktiv an der Retrospektive?
  • Werden die Ursachen für Probleme analysiert?
  • Generiert die Retrospektive konkrete, umsetzbare Maßnahmen (möglichst SMART definiert)?
  • Werden die beschlossenen Maßnahmen schnell umgesetzt?

Ausführlicher Text

In diesem PDF finden Sie detaillierte Informationen zu Retrospektiven.

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